Erlebniswochenende und Wandertag 2001

Am Samstag trafen wir uns am Ulmer Bahnhof zur Abfahrt um 13.05 Uhr nach Blaubeuren. Beim Urgeschichtlichen Museum lernten wir Rudi Walter kennen, der uns erst einmal etwas zur „Urgeschichte“, d.h. Alt-Steinzeit und Jung-Steinzeit, die Jäger und Sammler und die in dieser Zeit verwendeten Werkzeuge erzählte. Nach dem Besuch im Museum, bei dem wir auch etwas über die archäologischen Grabungsarbeiten erfuhren und ein sehr interessantes Video über das Leben der Steinzeitmenschen sahen, durften wir selbst mit rasiermesserscharfen Feuersteinen Bachforellen ausnehmen und Kräuter klein schneiden. Die ausgewaschenen und mit den Kräutern gefüllten Forellen wurden in Weißkohlblätter gewickelt und mit Birkenbast zugebunden. Sie sollten später zum Abendbrot gegrillt werden.

Bahnhof

Gegen 16.30 Uhr wanderten wir zur Brillenhöhle, in der wir eigentlich hatten übernachten wollen. Leider war das nicht möglich, da das Betreten der Höhle kurzfristig wegen Steinschlag verboten worden war. So konnten wir die Höhle nur von außen sehen und gingen weiter steil bergan zu einer am Waldrand gelegenen Wiese, dem Oberen Barmen. Hier im Freien sollten wir übernachten und so suchten wir im nahen Wald nach Reisig und Holz für das Lagerfeuer. Rudi zeigte unter Verwendung eines Feuerbohrers, wie ein steinzeitliches Feuer entzündet wurde. Wer wollte, konnte dies auch probieren

Feuerbohrer

Während das Feuer brannte, stellten wir Schwirrhölzer her. Schwirrhölzer finden sich bei vielen heutigen Jäger- und Sammlervölkern. Aus der Mittleren Steinzeit liegen Schwirrinstrumente aus Knochen vor. Schwirrer werden nach völkerkundlichen Parallelen zur Jagd, zum Kinderspiel und im Bereich des Schamanismus eingesetzt. Mit Steinkeilen hat Rudi flache Holzspäne hergestellt, die wir anschließend ebenfalls mit Steinwerkzeugen auf die endgültige Form zugeschabt haben. Rudi zeigte uns die Herstellung von Naturfarben aus Ei, Wasser, Ocker und Holzkohle, mit denen wir unsere Schwirrhölzer bemalten. Wir verwendeten dabei Pinsel aus Fellresten und Federkiele.

Als unser Feuer etwas heruntergebrannt war, konnten wir unser Selbstmitgebrachtes grillen und die Forellen garen. Alle haben wir vom Fisch probiert und wir waren uns einig, dass er hervorragend geschmeckt hat.Die Sonne war schon fast am Untergehen, als wir zu einer Lichtung unterhalb unseres Lagerplatzes aufbrachen. Dort gab Christoph Haas mit seiner Truppe ein Johannisnachtkonzert. Mit Trommeln, Stampfen, Klatschen und verschiedenen gesungenen Silben wurde die Sonnwende gefeiert, für uns alle ein unvergessliches Ereignis.

Als wir zu unserem Lager zurückkehrten, hatte Florian Schrottenbaum bereits sein Teleskop aufgebaut. Während er den einen den Nachthimmel zeigte und erklärte, haben die anderen unter der Anleitung von Rudi aus Speckstein und Hirschtalg kleine „Teelichter“ hergestellt.

Gegen 3 Uhr morgens schliefen die letzten von uns ein und bereits um 6 Uhr morgens waren die ersten wieder wach.

 

Nach dem Frühstück konnten wir unsere Kraft und Geschicklichkeit beim Speerschleudern unter Beweis stellen. Ein von Rudi mitgebrachtes „Wildschwein“ diente als Ziel.

Nach dem Aufräumen des Lagerplatzes ging es zurück nach Blaubeuren, wo wir am Bahnhof die Teilnehmer des Wandertags trafen.

Gemeinsam wanderten wir über den „Rucken“ durch die Blaubeurer Bleichwiesen auf dem „Tugendpfad“ zum Grillplatz Landsitzle in Blaubeuren-Sonderbuch. Der Tugendpfad ist ein Waldlehrpfad und so erfuhren wir noch allerhand Interessantes über die heimischen Wälder.

Wir grillten unser Mittagessen und nach kurzweiligen Spielen und einem Quiz ging es steil bergab zurück nach Blaubeuren. Vorbei am Blautopf und mit Halt an den verschiedensten Möglichkeiten, Eis zu kaufen, gingen wir zum Bahnhof.

In Ulm endete dann ein wirklich erlebnisreiches Wochenende und ein schöner Wandertag.

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