Bericht zum Erlebniswochenende für Kinder/Jugendliche ab 12 Jahre am 1./2. Juli 2006
Samstag morgen, 1. Juli 2006 kurz vor 9 Uhr treffen die ersten Jugendlichen zum
7. Erlebniswochenende am Ulmer Hauptbahnhof ein. Als um 9.30 Uhr der Zug nach Blaubeuren abfährt sind längst alle da. Mit dabei waren Anna (KF), Benjamin (KF+AR), Dominik W.(KF), Dominik H.(KF), Florian (KF), Johanna (KF), Lilli (KF), Mattis K.(AR), Mattis M.(AR), Nina (KF+AR), Philipp (KF), Robin (AR), Sarah (KF), Timo (KF) und Tina (KF).
KF = Kung Fu; AR = Arnis
Um 9.50 Uhr begann unsere Wanderung von Blaubeuren nach Schelklingen. Unser Weg führte uns auf der Südseite des Aachtals im schattigen Wald vorbei am Geißenklösterle (weltbekannte archäologische Grabungsstätte) nach Schelklingen auf das Gelände von Rudi Walter. Mit ihm hatten wir schon in den Jahren 2001 und 2002 Steinzeitaktionen durchgeführt. Der ca. 8 km lange Weg den wir gegen 12.30 Uhr hinter uns hatten war für einige recht anstrengend, zumal jeder sein Gepäck selbst tragen mußte.
Jetzt hatten erstmal alle Hunger und Durst. Da kamen die Forellen, die Rudi mitgebracht hatte gerade recht. Der einzige Haken war, dass sie noch nicht ausgenommen waren. Rudi erklärte sehr genau wie man das mit Hilfe von scharfen Steinen macht und Robin erklärte sich sofort bereit es ihm nachzumachen. Nach anfänglichem Zögern trauten sich noch mehr Jungs zum Forellenausnehmen. Das war ein recht glitschige Angelegenheit. Als die Forellen ausgenommen waren, wurden sie mit Kräutern gewürzt mit Bast zusammengeschnürt und am offenen Feuer gebraten. Das war ein Gaumenschmaus!
Danach zeigte uns Rudi, wie man in der Steinzeit aus Tierknochen Harpunenspitzen und Schmuck herstellte. Außerdem erfuhren wir einiges über das Leben der Steinzeitmenschen, welche Tiere sie jagten und was es sonst noch zu essen gab.
Nun war wieder Bewegung angesagt: Speerschleudern! Sieht einfach aus, braucht aber doch Übung um ein Ziel zu treffen. Wenn ich mich recht erinnere, hat keiner "den Fuchs" getroffen. Als wir vom Speerschleudern zurückkamen, folgte eine erste Trainingseinheit mit dem Travel Wrench. Dieses Gerät sieht aus wie ein Fahrradschlüssel, ist in der Form jedoch einem indonesischen Messer namens Kerambit nachgebaut. Der Travel Wrench eignet sich hervorragend zur Selbstverteidigung. Mit ihm lassen sich sehr wirkungsvoll Nerven- und Muskelpunkte manipulieren, so dass man einen Angreifer sehr leicht kampfunfähig machen kann. Dazu kommt noch, dass man die verhältnissmäßig der Mittel, wie es im Notwehrparagraphen befordert ist, gut umsetzen kann. Außerdem macht es einfach Spass mit diesem Gerät zu arbeiten.
Glücklicherweise war es den ganzen Tag sonnig, so dass wir beschlossen uns im nahegelegenen Freibad Schelklingen abzukühlen. Ganz nebenbei konnte noch Fußball-Weltmeisterschaft geschaut werden. Gegen 19.30 Uhr gingen wir wieder zurück. Wer noch immer nicht ganz abgekühlt war, konnte dies durch unsere "naturgekühlten" Getränke erreichen. Wir stellten nämlich am Mittag einige Kästen Apfelschorle und Mineralwasser in die Aach, die direkt am Gelände von Rudi Walter vorbeifließt. Die Halbliterflaschen war jetzt wunderbar kühl.
Nach einiger Mühe brachten wir das Feuer in Gang, um für den Abend zu grillen. Rudi Walter kam später noch dazu, um uns in die Kunst des Feuerbohrens einzuweisen. Dabei erklärte er wie wichig es sei behutsam mit den Funken umzugehen, nicht zu viel und nicht zuwenig in das trockene Gras hineinzublasen. Ein bemerkenswerter Spruch von ihm blieb uns allen in Erinnerung: "Ein Baby frißt kein Schnitzel!"
Nach dem Grillen vertrieb man sich die Zeit mit Korn mahlen oder einem Geschicklichkeitsspiel der Inuit, bei dem man einen Fisch aus Knochen, der in der Mitte ein Loch hat, mit einem Holzstab aufspiesen muß. Oder man arbeitete an seiner Harpunenspitze, welche man durch langes Reiben an einem Stein in Form brachte. Mit der einhergehenden Dämmerung stellten sich die Aktivitäten immer mehr ein und alle setzten oder legten sich um das Feuer zum "chillen". Um Mitternacht herum machten sich auch die Letzten fertig zum Schlafen.
Am Sonntagmorgen war erstmal aufräumen angesagt. Danach gings nochmals ins Freibad. Die Zeit verging wie im Flug. Gegen 11.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Hohlen Fels, wo einige Eltern schon auf uns warteten und wir gemeinsam zu Mittag grillten. Danach gab es nochmals eine Einheit mit dem Travel Wrench.
Um 15.30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof in Schelklingen. Ein erlebnisreiches Wochenende ging zu Ende. Mir hat es wieder sehr viel Freude gemacht, den Kinder wohl auch, den beim "Chillen und Grillen" kam jeder auf seine Kosten.






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